Mittwoch, 8. Juni 2016

Mein Problem mit Religion

Es ist doch immer wieder das selbe: Man surft durchs Internet und stolpert über verschiedene Dinge, so auch über Religionen, von denen man noch nichts gehört hat. Da man sich bis jetzt noch mit keiner identifizieren konnte und man ja neugierig ist, wird danach geoogelt. Und siehe da: Die Philosophie dahinter sagt einem zu, endlich etwas dem man zustimmt. Doch dann der ernüchterne Schlag: Irgendwelche Götter oder andere übernatürliche Phänomene oder Gestalten werden genannt.
Und jedes mal die Frage: Wieso? Wieso kann man es nicht bei der Philosophie, die durch aus plausibel und wunderschön ist, belassen? Wieso muss man noch 'einen drauflegen'? Ich verstehe es absolut nicht und noch viel weniger verstehe ich, dass die Mehrzahl der Bevölkerung irgendeine Religion hat. Doch was mir auch auffällt, dass viele gar nicht nach den Prinzipien ihrer Religion leben und auch meist nicht wirklich an den jeweiligen Gott glauben. Sich aber trotzdem mit der Religion nach außen hin Identifizieren/ brüsten.



Ich bin Christ.
Ich bin Moslem.
Ich bin Hindu.
Ich bin evangelisch.
Ich bin katholisch.
Ich bin Sunnit.
Ich bin Schiit.
Ich bin Hindu.
Ich bin Buddhist.

Ganze Länder und Regionen werden in Religionen aufgeteilt.
Menschen streiten sich innerhalb einer Religion, was denn nun die richtige Auslegung dieser ist.
Menschen verschiedener Religionen wollen sich gegenseitig vernichten, weil nur ihre eigene die einzig wahre ist.

Religion
Religion
Religion

Ich kann dieses Wort langsam nicht mehr hören. Immer wird alles und jeder auf seine Religion beschränkt, dabei macht ein Individuum, ja ein ganzes Volk doch mehr aus, als eine verdammte Religion. Es gibt noch so viel mehr Dinge wie Hobbys, Interessen, Lieblingsplätze, Träume, Musik, Charaktereigenschaften, Erlebnisse, etc, die einen Menschen ausmachen. Und ich wette, dass viele Menschen sich in den Dingen sich sogar recht ähnlich sein könnten, sich aber nicht mögen, weil sie sich nur auf die Religion beschränken und darauf ihre Beziehung aufbauen. Und wenn Menschen innerhalb einer Religion sich nicht mögen, wird die Religion einfach gespalten und so kann man sich aufgrund der Religion wieder bekämpfen und muss sich weder mit der Person noch mit dem eigentlichen Problem auseinander setzten.
Ganz besonders nervt mich, wenn Menschen nicht in eine andere Religion heiraten dürfen. Auch hier wird der Mensch wieder nur auf die Religion beschränkt. Da sind zwei Menschen, die super zusammenpassen und zufällig eine unterschiedliche Religion haben und die sollen dann wenn jeweils anderes heiraten, mit dem sie gar nicht gut klar kommen, nur weil die Komponente der Religion stimmt? Soweit ich mich entsinne wird doch Liebe überall groß geschrieben. Doch wieso findet die ausgerechnet an der Religion ihre Grenze?



Ein Mensch ist mehr als seine Religion !

Eine gute Philosophie/ Lebenseinstellung braucht nichts Übernatürliches!

 Diese Sätze muss ich mir immer wieder ins Gedächnis rufen, wenn ich wieder auf extensiver Religionssuche bin. Denn manchmal übernimmt mich die Gesellschaft, die alles auf die Religion reduziert. Aber ich brauche doch gar keine Religion um ich zu sein. Vllt bin das einfach ich. 
Und wieso muss man immer an etwas glauben? Kann man nicht auch mal an etwas nicht glauben?


Kommentare:

  1. Ich stimme dir auch zu, dass ein Mensch mehr als eine Religion ist und finde es auch schwierig mich da auf etwas festzulegen...

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.com/

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  2. Schöner Text! :) Ich finde es total spannend, über Religion zu diskutieren weil es da ja wirklich kein "Richtig" oder "Falsch" gibt und alles so unglaublich individuell ist, zumindest inwiefern man sich mit einer Religion identifiziert oder auch "Misch-Religionen" entstehen.
    Und es ist wirklich auch faszinierend wie stark Religion unser heutiges Leben prägt und beeinflusst (von Feiertagen zu Traditionen zur Identitätsbildung), aber auch erschreckend (Fanatismus).
    Du hast das aber echt super umschrieben! :)
    Liebe Grüße, Rabea
    http://whitehorizons-blog.blogspot.de/

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    1. Da hast du recht. Jeden Tag eigentlich begegnen wir Religion

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  3. Die Frage welcher Religion man angehört beantworte ich meistens genauso wie die Frage welcher Nationalität man angehört: Mensch.
    Sehr schön geschriebener Artikel von dir :)

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  4. Huhu..
    Ich stimme dir zwar zu, aber sag auch immer "Lebe und Leben lassen". Jeder muss für sich entschieden wie er sein Leben führt. Wenn jemand der Meinung ist einen Menschen nicht heiraten zu dürfen weil er einen anderen Glauben hat, dann soll es eben so sein. Jeder Mensch ist selber für sich verantwortlich und wer sich so mitziehen lässt, der will es am Ende auch so für sich.

    lg

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    1. Trotzdem finde ich es erschreckend, dass es soweit geht. Und natürlich hast du recht mit 'Leben und leben lassen '

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  5. Stimme dir da voll und ganz zu! Ich finde es auch schwer, sich auf eins festzulegen!
    Liebe Grüße
    http://www.janinewx.com/2016/06/berlin-2016.html?m=1

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  6. Ich bin auch der Meinung "Leben und leben lassen", da kann ich Nicole nur zustimmen. Ich habe meinen Glauben und bin da auch richtig. Aber auch andere Religion sind für mich okay und interessieren mich teilweise sogar.

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