Sonntag, 3. April 2016

Wer oder was ist 'Gott'?

Gott sei Erbarmen und Vergebung.
Gott sei ein Richter, der entscheidet wer in das Paradis kommt und wer nicht.
Gott sei ein Gesetztgeber und richte über Sündiger.
Gott entscheide wer sündet.
Gott schreibe richtiges Handeln vor.
Gott wird angebeten, ihm wird um Verzeihung gebeten und die Menschen wünschen sich Kraft, Beistand oder Hilfe von ihm.

Doch wer oder was ist dieser 'Gott', dass ihm all das zugesprochen wird und viele tausende Lieder über ihn gesungen werden?
Ist Gott überhaupt jemanden den man anbeten kann?
Ich habe mir in der letzten Woche viele Gedanken gemacht.
Es passt nicht in mein Weltbild, dass dort oben jemand sitzt und auf uns herab schaut.
Auch kommt es mir zu doof vor, mich vor jemanden unterwürfig zu machen.
Doch das Ergebnis bzw. das Ausführen dieses Glaubens finde ich schön.
Nacht der Lichter in Taizé


Was ist, wenn 'Gott' gar keine Person oder Gestalt ist, sondern ein Gefühl, ein Lebenstil, eine Moral?
Wenn 'Gott' einfach ein Wort ist um all die Dinge die dortrunter verstanden werden zusammenzufassen?
Und wenn wir beten, dann sollten wir nicht 'Gott' um Hilfe und Kraft bitten, sondern uns selbst.
Das Gebet sollte an uns gerichtet sein.
Wir sollten an uns und unsere Fähigkeiten glauben,
und immer wieder an diese appellieren.
Der Gottesdienst sollte dazu dienen, runter zu kommen, zu sich zu finden und Kraft zu schöpfen sowie neue Menschen zu treffen.

Müsste ich 'Gott' also beschreiben, so wäre er für mich ein moralisch geleiteter Lebenstil und 'Gott' beschreibt den Normzustand. Wir bedienen uns dieser Moral und bauen sie in unserer Leben ein, leben danach aber bleiben doch immer noch uns selbst treu, denn auch das beschreibt 'Gott' für mich.

Nur Glaube ich jetzt auch an 'Gott'?
Ich bin mir da nicht sicher, denn 'Gott' ist allgemein anders definiert.
Aber eigentlich definiert ihn ja doch jeder selbst.
Ich bin verwirrt...

Aber spielt es denn überhaupt eine Rolle an wen oder was ich glaube oder nicht glaube?
Es ist doch nur wichtig wie ich das in meinem Leben einbaue und umsetzte.
Das einzig Wichtige ist doch was ich SELBST aus meinem LEBEN mache und wie ich meine Grundprinzipien umsetzte, was mich dazu verleitet ist doch eher zweitranig.



Kommentare:

  1. Genau meine Gedanken...
    Klingt ein bisschen nach Buddhismus... Gottesdienste, bei denen man zur Ruhe kommt und Kraft für sich selbst schöpft hat so etwas von meditieren ,... :)
    Lg Scarlet

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    1. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Aber kann man denn nicht auch mit einem anderen glauben meditieren?

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  2. FInde es sehr schön zu sehen, dass es wohl auch noch Leute gibt, die sehr offen mit diesem Thema umgehen. Oftmals wird die Glaubensfrage ja als der heilige Grahl der Privaten Belange angesehen. Allerdings verbietet das vielleicht auch oft den Weg zur Toleranz. Ich hoffe, dass hier jeder deine Meinung respektiert und du noch weiter über dieses Thema schreiben möchtest :)

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    1. Ich habe bis jetzt meist die Erfahrung gemachtoffen über dieses Thema sprechen zu können. Es gab aber auch Menschen die nur ihre als die richtige Ansahen.

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  3. Sehr schöne Gedanken zu einem sehr komplexen Thema. Ich bin ja (wie so oft) recht Anti was Religion und Gott und Co. angeht. Dennoch verurteile ich niemanden der daran glauben möchte - wenn es einem hilft sein Leben auf die Reihe zu bekommen, dann gerne ...
    Ich brauche es für mich nicht, aber dennoch wünschte ich mir manchmal auch an etwas zu glauben.

    Liebst
    Justine
    http://www.justinewynnegacy.de/

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    1. Ich halte auch meist nicht viel von Religion, aber in der letzten Woche wurde ich nach Taizé verschleppt und ich fand es sehr schön und auch interessant.

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  4. Ich persönlich bin ein sehr gläubiger Mensch. Ich bete regelmäßig und mir bedeutet Religion auch unglaublich viel. Taizé ist eine unglaubliche Erfahrung, sei froh das du Teil davon sein durftest. Aber bitte hör auf "nach Taizé verschleppt" zu sagen. Das ist nämlich mmn. etwas respektlos.

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    1. Vor dem Hintergrund dass man mir kein Wort erzählt hat außer, es ist schön, finde ich das Wort doch ganz beschreibend, klar überspitzt( was es auch sein sollte), aber respektlos finde ich es nicht.

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    2. Vor dem Hintergrund dass man mir kein Wort erzählt hat außer, es ist schön, finde ich das Wort doch ganz beschreibend, klar überspitzt( was es auch sein sollte), aber respektlos finde ich es nicht.

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